Warum Schlaf im Alter wichtiger wird – und schwieriger
Kennen Sie das? Morgens klingelt kein Wecker mehr, die Zeit für erholsamen Schlaf wäre reichlich vorhanden – und trotzdem fühlen Sie sich nach dem Aufwachen wie gerädert. Der Rücken schmerzt, die Gelenke sind steif, und das Aufstehen aus dem Bett wird zum täglichen Kraftakt.
Sie sind damit nicht allein. Schlafmedizinische Untersuchungen zeigen, dass bis zu 50 Prozent aller Menschen über 65 Jahre unter Ein- oder Durchschlafstörungen leiden. Was viele nicht wissen: In vielen Fällen liegt das Problem nicht am Alter selbst, sondern am Bett. Ein Bettsystem, das vor 15 oder 20 Jahren noch gut funktioniert hat, kann den veränderten Bedürfnissen des Körpers im Alter schlicht nicht mehr gerecht werden.
Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Seniorenbett – genauer gesagt einem modernen Komfortbett – lässt sich die Schlafqualität und damit die gesamte Lebensqualität oft deutlich verbessern. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was ein Seniorenbett von einem gewöhnlichen Bett oder einem klassischen Pflegebett unterscheidet, welche Funktionen wirklich wichtig sind und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Was verändert sich beim Schlaf im Alter?
Um zu verstehen, warum ein spezielles Komfortbett im Alter sinnvoll ist, lohnt sich ein Blick auf die physiologischen Veränderungen des Schlafes. Denn der Körper schläft mit 65 Jahren anders als mit 35 – und das ist zunächst einmal völlig normal.
Die Schlafarchitektur verändert sich
Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil der Tiefschlafphasen ab, während die Leichtschlafphasen zunehmen. Die größten Veränderungen treten laut Schlafforschung zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. Das bedeutet: Ältere Menschen werden nachts häufiger wach, reagieren empfindlicher auf Störungen und benötigen oft länger zum Einschlafen.
Entgegen einer weit verbreiteten Annahme brauchen ältere Menschen dabei nicht grundsätzlich weniger Schlaf. Eine Befragung von geriatrischen Klinikpatienten mit einem Durchschnittsalter von 80 Jahren ergab, dass die Mehrheit der Befragten etwa acht Stunden Nachtschlaf benötigt, um sich tagsüber fit zu fühlen. Wer weniger schläft, als sein Körper braucht, bekommt die Auswirkungen zu spüren – von Konzentrationsschwierigkeiten über ein geschwächtes Immunsystem bis hin zu einem erhöhten Sturzrisiko.
Körperliche Beschwerden beeinflussen den Schlaf
Zu den altersbedingten Schlafveränderungen kommen häufig körperliche Beschwerden hinzu, die den Schlaf zusätzlich stören: Rückenschmerzen, Gelenkbeschwerden wie Arthrose, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Refluxstörungen (aufsteigende Magensäure). All diese Beschwerden machen ein Bettsystem erforderlich, das sich individuell an die Bedürfnisse des Schläfers anpassen lässt – und genau hier kommt das moderne Seniorenbett ins Spiel.
Seniorenbett, Komfortbett, Pflegebett – was ist der Unterschied?
Wer sich mit dem Thema „Bett im Alter” beschäftigt, stößt schnell auf verschiedene Begriffe: Seniorenbett, Komfortbett, Pflegebett, höhenverstellbares Bett. Die Übergänge sind fließend, aber es gibt wichtige Unterschiede, die für die richtige Kaufentscheidung relevant sind.
Das Seniorenbett: Komfort beim Ein- und Ausstieg
Als Seniorenbett bezeichnet man in der Regel ein Bett mit einer erhöhten Liegefläche, die das Aufstehen und Hinlegen erleichtert. Die ideale Höhe richtet sich dabei nach der Körpergröße und liegt allgemein zwischen 45-60cm. Die erhöhte Sitzkante reduziert die Kraft, die für das Aufstehen benötigt wird, und verringert die Belastung für Knie, Hüfte und Rücken.
Seniorenbetten gibt es in allen gängigen Größen – vom Einzelbett bis zum Doppelbett – und in Designs, die sich optisch kaum von normalen Betten unterscheiden. Der Fokus liegt auf der reinen Funktionalität: ein bequemer, sicherer Ein- und Ausstieg.
Das Komfortbett: Die zukunftssichere Lösung
Ein hochwertiges Komfortbett geht deutlich über die Funktionen eines einfachen Seniorenbetts hinaus. Es vereint alle Vorteile des Seniorenbetts mit zusätzlichen Komfort- und Sicherheitsfunktionen, die den Schlaf verbessern und das Bett an veränderte Lebenssituationen anpassbar machen.
Die wichtigsten Merkmale eines modernen Komfortbetts:
- Motorische Höhenverstellung: Die gesamte Liegefläche lässt sich per Fernbedienung stufenlos in der Höhe verstellen – ein entscheidender Vorteil gegenüber einem einfachen Seniorenbett mit fester Sitzhöhe. So lässt sich die optimale Ein- und Ausstiegshöhe individuell einstellen und bei Bedarf jederzeit anpassen.
- Elektrisch verstellbarer Lattenrost: Kopf- und Fußteil lassen sich unabhängig voneinander verstellen. Das ermöglicht nicht nur bequemes Lesen und Fernsehen im Bett, sondern auch die therapeutische Hochlagerung von Oberkörper oder Beinen.
- Schrägstellungsfunktion: Einige hochwertige Komfortbetten ermöglichen eine Schrägstellung der gesamten Liegefläche – eine medizinisch relevante Funktion bei Reflux-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Problemen oder zur Nutzung einer Heimdialyse
- Modernes Design: Gute Komfortbetten sehen aus wie ganz normale, stilvolle Betten. Das motorische Liftsystem ist im abgesenkten Zustand vollständig unsichtbar.
- Nachrüstbarkeit: Bei Bedarf lässt sich das Komfortbett um Zubehör wie Aufrichthilfen oder Herausfallschutz erweitern.
Ein Komfortbett ist damit keine Anschaffung nur für das Alter, sondern eine zukunftssichere Investition in gesunden Schlaf und Selbstständigkeit – heute, morgen und übermorgen.
Das Pflegebett: Für den Pflegefall konzipiert
Ein Pflegebett im engeren Sinne ist ein medizinisches Hilfsmittel, das speziell für pflegebedürftige Menschen und die Erleichterung pflegerischer Maßnahmen entwickelt wurde. Pflegebetten verfügen über Funktionen wie Seitengitter, Transportrollen und eine besonders hohe Verstellbarkeit, die das Waschen, Anziehen und die medizinische Versorgung des Patienten ermöglichen.
Der wesentliche Unterschied zum Komfortbett liegt nicht nur in der Funktionalität, sondern auch in der Optik und der Kostenübernahme: Pflegebetten erinnern häufig an ein klinisches Umfeld und werden in der Regel als Einzelbett bereitgestellt. Die Kosten können bei Vorliegen eines Pflegegrads von der Pflegekasse übernommen werden.
Wichtig zu wissen: Ein modernes, hochwertiges Komfortbett kann in vielen Fällen ein klassisches Pflegebett ersetzen. Es erhält dabei die gewohnte Wohnatmosphäre im Schlafzimmer und ermöglicht es Paaren, weiterhin in einem gemeinsamen Doppelbett zu schlafen.
Die fünf wichtigsten Vorteile eines höhenverstellbaren Komfortbetts
1. Rückenschonendes Aufstehen und Hinlegen
Wer Rückenschmerzen hat oder in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, kennt das Problem: Morgens aus dem Bett zu kommen kostet Überwindung und Kraft. Ein motorisch höhenverstellbares Komfortbett löst dieses Problem elegant. Per Fernbedienung fährt die Liegefläche auf die optimale Sitzhöhe – die Füße stehen sicher auf dem Boden, und der Körper kann aufrecht aufstehen, ohne die Lendenwirbelsäule zu belasten.
Die ideale Sitzhöhe liegt zwischen 45 und 60 Zentimetern und hängt von der Körpergröße ab: Knie und Becken sollten beim Sitzen auf der Bettkante parallel zum Boden stehen.
2. Therapeutische Lagerungsmöglichkeiten
Ein elektrisch verstellbarer Lattenrost eröffnet vielfältige Möglichkeiten der ergonomischen und therapeutischen Lagerung:
- Hochlagerung des Oberkörpers bei Reflux-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Problemen oder Atemwegserkrankungen
- Hochlagerung der Beine zur Entlastung der Venen und Förderung des venösen Rückflusses – hilfreich bei geschwollenen Beinen, Krampfadern oder nach Operationen
- Schrägstellung zur Verminderung von Herz-Kreislauf-Belastungen und bei gastroösophagealem Reflux
- Entlastung der Lendenwirbelsäule durch Anpassung der Liegeposition
Diese Funktionen machen das Komfortbett nicht nur zum Schlafplatz, sondern zu einem vielseitigen Ruhe- und Erholungsort.
3. Erhalt der Selbstständigkeit im eigenen Zuhause
Die Möglichkeit, selbstständig und sicher in das Bett zu gelangen und wieder aufzustehen, ist ein entscheidender Faktor für den Erhalt der Eigenständigkeit. Ein höhenverstellbares Komfortbett gibt Sicherheit beim Aufstehen und reduziert die Sturzgefahr – einer der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte im Alter.
Sollte sich die gesundheitliche Situation ändern und pflegerische Unterstützung notwendig werden, erleichtert ein höhenverstellbares Bett auch die Arbeit der Pflegepersonen erheblich: Das Bett kann auf die optimale Arbeitshöhe gefahren werden, was den Rücken der Pflegenden schont.
4. Mehr Komfort im Alltag
Ein Komfortbett ist weit mehr als ein reiner Schlafplatz. Gemütlich im Bett frühstücken, ein Buch lesen, fernsehen oder einfach entspannen – mit einem verstellbaren Kopf- und Fußteil wird das Bett zum komfortablen Aufenthaltsort. Und wenn die Beine nach einem langen Spaziergang schwer sind, fährt man einfach das Fußteil hoch und legt die Beine hoch.
Auch praktische Alltagsvorteile sind nicht zu unterschätzen: Bettenbeziehen und die Reinigung unter dem Bett werden durch die Höhenverstellung zum Kinderspiel, mit Rollen ausgestattet kann es auch bequem zur Seite geschoben werden.
5. Zukunftssichere Investition
Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Ob wir körperlich fit bleiben oder ob uns das Alter einen Streich spielt – mit einem höhenverstellbaren Komfortbett sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet. Das Bett wächst mit Ihren Bedürfnissen mit und kann bei Bedarf um weitere Komfort- und Sicherheitsfunktionen erweitert werden. So machen Sie Ihr Schlafzimmer zukunftssicher, ohne Kompromisse beim Design oder der Wohnatmosphäre eingehen zu müssen.
Worauf Sie bei der Auswahl eines Seniorenbetts achten sollten
Die Investition in ein Seniorenbett oder Komfortbett ist eine Entscheidung, die gut durchdacht sein will. Hier sind die wichtigsten Kriterien, die Sie bei der Auswahl berücksichtigen sollten:
Die richtige Matratze: Das Fundament guten Schlafs
Kein Bettgestell der Welt kann eine ungeeignete Matratze ausgleichen. Gerade im Alter ist die Wahl der richtigen Matratze entscheidend für schmerzfreies Liegen und erholsamen Schlaf. Wichtige Eigenschaften einer altersgerechten Matratze:
- Hohe Punktelastizität, damit die Matratze sich an die Körperkonturen anpasst, ohne an anderen Stellen nachzugeben. Materialien wie Kaltschaum, Viscoschaum oder Naturlatex eignen sich besonders gut.
- Individuelle Liegezonen, die Schulter, Taille und Hüfte gezielt stützen bzw. entlasten. Besonders empfehlenswert sind modular aufgebaute Matratzensysteme, deren einzelne Zonen individuell in der Festigkeit eingestellt werden können.
- Anpassbarkeit an Veränderungen: Der Körper verändert sich im Laufe der Jahre. Eine modular aufgebaute Matratze kann nachträglich angepasst werden, wenn sich Gewicht, Körperhaltung oder Beschwerden verändern – ein deutlicher Vorteil gegenüber herkömmlichen Einheitsmatratzen.
Bei bestimmten Beschwerden gibt es spezifische Empfehlungen: So profitieren Menschen mit Gelenkschmerzen und Arthrose besonders von druckentlastenden Viscoschaum-Matratzen, während bei Rückenschmerzen und Bandscheibenproblemen eine Matratze mit individuell einstellbarem Zonensystem empfehlenswert ist. Bei Osteoporose ist eine sanfte, aber stützende Lagerung mit hoher Punktelastizität wichtig.
Höhenverstellbarkeit: Das A und O
Achten Sie darauf, dass die Höhenverstellung motorisch (elektrisch) und stufenlos erfolgt – eine manuelle Verstellung wird mit der Zeit nicht mehr praktikabel sein. Die besten Systeme bieten einen Verstellbereich der gesamten Liegefläche um bis zu 38 Zentimeter. Gesteuert wird idealerweise über eine Funk-Fernbedienung, die auch im Dunkeln bedienbar ist.
Lattenrost: Mehr als nur eine Unterlage
Ein elektrisch verstellbarer Lattenrost mit getrennt verstellbarem Kopf- und Fußteil ist bei einem Komfortbett Standard. Achten Sie zusätzlich auf die Möglichkeit einer Höhen- und Neigungsverstellung der gesamten Liegefläche, wenn Sie von den therapeutischen Vorteilen der Schrägstellung profitieren möchten.
Design und Wohnraumintegration
Moderne Komfortbetten unterscheiden sich äußerlich kaum von normalen Betten. Das Liftsystem ist im abgesenkten Zustand unsichtbar. Achten Sie auf eine Auswahl an Holzarten, Stoffen und Designs, die zu Ihrem Schlafzimmer passen. Ob Boxspring-Optik, skandinavisches Design oder klassisch-elegant – für jeden Geschmack gibt es die passende Lösung.
Qualität und Haltbarkeit
Ein Komfortbett ist eine langfristige Investition. Achten Sie auf hochwertige Verarbeitung, geprüfte Sicherheit und eine umfassende Garantie. Deutsche Handwerkskunst und Qualitätsmaterialien zahlen sich hier langfristig aus.
Nachrüstbarkeit und Zukunftsfähigkeit
Ein gutes Komfortbett lässt sich bei Bedarf nachrüsten – etwa mit Aufrichthilfen oder Herausfallschutz.
Ein bestehendes Bett nachrüsten: Das Liftsystem zum Einbauen
Sie schlafen in einem Bett, das Sie lieben, das aber Ihren veränderten Bedürfnissen nicht mehr gerecht wird? Auch dafür gibt es eine Lösung: Motorische Liftsysteme, die in vorhandene Einzel- oder Doppelbetten integriert werden können. Nach dem Einbau bietet Ihr gewohntes Bett dieselbe Funktionalität wie ein höhenverstellbares Komfortbett – das Liftsystem ist im abgesenkten Zustand nahezu unsichtbar und fügt sich harmonisch in die gewohnte Wohnsituation ein.
Diese Nachrüstlösung ist besonders interessant für Paare, die ihr gemeinsames Ehebett nicht aufgeben möchten, aber dennoch die Vorteile der Höhenverstellung nutzen wollen. Auf Wunsch kann das Liftsystem auch nur in eine Betthälfte integriert werden.
Das richtige Kopfkissen nicht vergessen
Was die Matratze für den Körper ist, ist das Kopfkissen für Kopf und Halswirbelsäule. Gerade im Alter ist eine physiologisch korrekte Kopflagerung besonders wichtig, da die Halswirbelsäule mit ihren kleinen Wirbelkörpern und Bandscheiben besonders empfindlich auf Fehlstellungen reagiert.
Bereits geringe Fehlstellungen können die austretenden Nervenbahnen unter Druck setzen und zu Symptomen wie Kribbeln in Fingern und Armen, Nackenschmerzen oder sogar Migräne führen. Ein ergonomisches Nackenstützkissen, das individuell an die anatomischen Gegebenheiten des Nutzers angepasst wird, kann hier einen erheblichen Unterschied machen.
Warum professionelle Beratung den Unterschied macht
Die Auswahl eines Seniorenbetts oder Komfortbetts ist eine komplexe Entscheidung, bei der viele individuelle Faktoren eine Rolle spielen: Körpergröße und -gewicht, gesundheitliche Einschränkungen, Schlafgewohnheiten, die räumliche Situation im Schlafzimmer und natürlich persönliche Wünsche an Design und Komfort.
Standardlösungen „von der Stange” werden diesen individuellen Anforderungen selten gerecht. Eine professionelle Schlafberatung durch zertifizierte Fachberater ist daher der wichtigste Schritt auf dem Weg zum optimalen Bettsystem.
Was eine gute Fachberatung umfasst:
- Individuelle Körpervermessung zur Ermittlung der optimalen Matratzenkonfiguration
- Analyse der Schlafgewohnheiten und gesundheitlichen Bedürfnisse
- Ermittlung der optimalen Einstiegshöhe unter Berücksichtigung der körperlichen Voraussetzungen
- Probeliegen und Ausprobieren verschiedener Bettsysteme direkt vor Ort
- Beratung zur Nachrüstbarkeit und langfristigen Anpassungsfähigkeit des Systems
- Konfiguration eines individuellen Bettsystems, das exakt zu Ihren Bedürfnissen passt
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